Orgelgutachten der Koch-Orgel

Auszüge aus dem Orgelgutachten von Andreas Pumpa vom 05.11.2018 im Rahmen der Bestandserfassung vor der geplanten Sanierung

Die Evangelisch reformierte Dorfkirche wurde im späten 12. Jahrhundert als Bruchsteinbau errichtet. Das Kirchenschiff ist durch einen Triumphbogen vom angebauten Abendmahlsraum abgetrennt. (…) Auf Höhe des Satteldaches des Anbaus ist eine Orgelkammer eingebaut. Direkt oberhalb des Triumphbogens befindet sich der historische, dreiachsige Orgelprospekt. Das Instrument stammt etwa aus dem Jahr 1900.
Der Prospekt ist dreiachsig gegliedert, er besitzt zwei flankierende Rundtürme, die mit jeweils 11 Pfeifen bestückt sind und im oberen Viertel mit einem mit Blattwerk dekoriertem Band ge­fasst werden. Die Sockel dieser Rundtürme sind mit Voluten und Rankwerk dekoriert.

Orgelprospekt möglicher Weise im Originalzustand oberhalb der Triuphbogens

Die Seitentürme werden von Pilastern eingefasst, die in ihrem unteren Teil ein Halbsäulendekor besitzen. Die Pilaster enden oberseitig stumpf, Kopfholzbohrungen jedoch weisen darauf hin, dass die Pilaster ursprünglich eine Bekrönung mit Kugeln oder Vasen etc. gehabt haben könnten.
Das Mittelfeld des Prospektes wurde mit einem Flachfeld mit 15 Pfeifen ausgestaltet. Die jeweils äußeren Pfeifen sind gegenüber der in der Zentralachse stehenden Pfeife überhöht. Als quasi Schleierbrett fungiert ein rosettenförmiges Gestaltungselement, welches aus Nabe, gedrechselten Speichen und einem angedeuteten Felgenkranz besteht. Bekrönt wird das Mittelfeld von einem klassizistischem Dach.
Die Prospektpfeifen wurden aus Zink hergestellt und sind ursprünglich klingende Pfeifen gewesen, was an verbliebenen Intonationseinrichtungen erkennbar ist, wie z.B. Seitenbärten und Expressionen. Weiterhin sind Stimmeinrichtungen und intonierte Kerne mit Kernstichen weitgehend erhalten. Im Orgelinneren sind etliche Pappkondukten verblieben, die ehemals die Prospektpfeifen mit der Windlade verbunden haben.
Die Orgel ist in Form einer Nischenorgel eingebaut worden. So besitzt sie lediglich die oben beschriebene Fassade und keine weiteren Gehäuseteile. Eine Besonderheit stellt dar, dass sich Spieltisch und Sitzbank unmittelbar hinter dem Prospekt befinden. Der Spieler sitzt mit dem Rücken zur Gemeinde.

Das Orgelwerk selbst befindet sich in einer Orgelkammer, hinter einem Holzverschlag. Über drei Türen ist der Zugang zum Instrument möglich. Die Zugangstüren zur Orgelkammer bestehen aus Tischlerplatte und sind der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuzuordnen.
Der Verschlag dient seinerseits als eine Art Prospekt, in dessen Mittelachse der Spieltisch eingebaut worden ist. Oberhalb des Notenpultes wird eine rechteckige Öffnung als einziger Schallaustritt genutzt. Vormals war diese Schallaustrittsöffnung mit einem dekorierten Fenster versehen, das aus einer mit Viereckelementen gestalteten, durchbrochenen Presspappe hergestellt war (womöglich Mitte 20. Jahrhundert). Der Verschlag befindet sich aktuell nicht mehr im Originalzustand, z.B. wurde der Schallaustritt im unteren Drittel mit einer Spanplatte verschlossen, u.a. um eine moderne Klemmlampe befestigen zu können.

Das Orgelwerk ist wie folgt aufgebaut: Prospekt, dahinter Spieltisch mit Verschlagsfront, dann Stimmgang, die Hauptwerkslade mit fünf Registerkanzellen auf einem Holzgestell, die Registerkanzelle des hinzugefügten Offenbass, die Windlade des Subbass und schließlich das Hauptmagazin mit Motor.
(…)
Aktuelle Disposition der Orgel:
Hauptwerk C-f3
Gedeckt 8′
Principal 4′
Weidenpfeife 4′
Spillpfeife 2′
Mixtur 2′ 3fach (beschriftet: 1 1/3′)

Pedal C-d1
Subbass 16′
Offenbass 8′
Pedalkoppel

Orgelbauer
Der Orgelbau geht auf Ernst Bernhard Koch (1848 – 1918) zurück, der ab ca. 1880 in Wuppertal- Barmen eine eigene Orgelbauwerkstatt führte. Es ist bekannt, dass der heute bekanntere Orgel­ bauer Paul Faust in Kochs Betrieb zunächst die Stelle eines Geschäftsführers innehatte und im Jahr 1904 die gesamte Werkstatt Kochs übernahm. Die Informationslage über Kochs Schaffen ist dünn, ein Instrument in Homberg ist bekannt.

Vergleichsorgeln
In der Friedenskirche Mönchengladbach existiert ein romantisches Orgelwerk der Firma Oberlinger aus dem Jahr ca. 1880, dass sich an ähnlich exponierter Stelle oberhalb des Altartisches befindet und ebenfalls als Nischenorgel gebaut wurde. Teils weisen Instrumente von Wilhelm Sauer und E.F Walcker ähnliche Prospektgestaltungen mit runden Pfeifentürmen gepaart Rosetten und mit historistischem Dekor, auf. Andere, mit dem Instrument in Schöller direkt vergleichbare Instrumente Ernst Bernhard Kochs sind dem Verfasser nicht bekannt.

Spieltisch
Der Spieltisch wurde in der Mittelachse der Orgel angeordnet. Der Spieltisch und die umliegenden Verschlagteile aus Rahmen und profilierter Nut- und Federdielung, nebst Pedal und Orgelbank stammen aus der Erbauzeit der Orgel. Der Spielschrank ist mittels Klaviaturdeckel verschließbar. Der Klaviarturdeckel besitzt noch seine originalen Messingbeschläge, ist jedoch nicht mehr vollständig, da das Schlossbrett mit Schloss und Schlüssel nicht mehr existieren. Vermutlich ist eine weiße Farbfassung des Verschlages später aufgebracht worden, da auch Zierscharniere mitlackiert wurden.
Die Innenausstattung des Spieltisches ist bezogen auf Klaviatur, Klaviaturbacken, Tastenfangleiste und frontseitiger Blendleiste möglicherweise original. Aus einer späteren Schicht stammen das Manubrienbrett, die Manubrien mit Beschriftungsleiste.
Die Manualtasten sind zweiarmig ausgeführt worden. Über ihren Ausgangsenden befindet sich ein pneumatisches Relais mit Kegelventilen und Stecherpuppen. Die Untertasten sind mit Kunststoff, womöglich Galalith, belegt. Für die Obertasten wurde Ebenholz verwendet. Der Manualumfang beträgt C bis f3.
Das Pedal wurde als Parallelpedal, im Tonumfang C bis d1, gebaut. C0 des Pedals und c1 des Manuals liegen übereinander. Der Abstand der mittleren Pedaltaste zur mittleren Manualtaste be­ trägt 82,5 cm, der Einschub nur ca. 15 cm. Die Pedaltasten wurden aus massiver Buche herge­ stellt, der Pedalrahmen aus Weichholz und Eiche. Die Pedaltasten sind ungewöhnlich kurz.

Spieltraktur
Die Spieltraktur wurde pneumatisch ausgeführt. Sie besteht überwiegend aus Bleikondukten, wurde jedoch teilweise mit Silikonschlauch ergänzt, was funktional nicht zu beanstanden, jedoch stilfremd ist. Die Kondukten wurden mit Weißleim befestigt. Das ist nicht fachgerecht und könnte bei Zerlegungsarbeiten zu einem Zusatzaufwand führen.

Registertraktur
Die Orgel besitzt eine pneumatische Registertraktur. Das Vorrelais zur Steuerung der Registerkanzellen ist mit Keilbälgchen versehen (Zulieferware). Die vormaligen Keilbälge der Vorrelais der Registerkanzellen von Spillpfeife und Mixtur wurden stilfremd durch Membranen ersetzt. Die Spieltischpneumatik für die Pedalkoppel und das Hauptwerksvorgelege ist mit Keilbälgchen ausgestat­tet. Womöglich stammen Membranen und Bälgchen von einer Renovierung in den 1980er Jahren.

Windladen
Die Windlade des Hauptwerkes wurde als Registerkanzellenlade auf einem Rahmenwerk aus Pitchpine gebaut. Die einzelnen Registerkanzellen sind mit Stöcken und Rastern getrennt voneinander, quasi modular, angeordnet. Die Hauptwerkslade ist in eine C- und CIS-seitige Aufstellung gegliedert. Die mittig stehenden Pfeifen sind überhöht und passen sich so der Satteldachkontur an.
Die Pneumatik der Windlade funktioniert bis auf einzelne gelegentliche Durchstecher ohne Ausfälle. Die Pedalkoppel funktioniert ohne Ausfälle. (…)

Motor- und Windanlage
Neben dem Hauptmagazin befindet sich ein Orgelgebläse der Firma Laukhuff. 4 m 105 mm WS, 1/ 3 HP. Maschinennummer 14426, Motornummer 104936. Es handelt sich um ein Vorkriegsmodell. Falls nach einer Renovierung keine stärkere Maschine benötigt würde, sollte es ggf. restauriert und weiterverwendet werden. Der Motor ist hinreichend Schall gedämpft und befindet sich in einem Holzkasten.
Über einen Rollregulator wird ein mehrfältiger Parallelbalg versorgt. Ein stillgesetzter Schöpfbalg ist erhalten geblieben. In der gesamten Orgel gibt es keine weiteren Bälge oder Stossfänger. Das hinzugefügte Register Offenbass wird über einen am Magazin abgehenden Bypass-Windkanal bestehend aus Papprohr und Westaflexrohr versorgt. Der Haupwindkanal besteht aus papiertem Holz. (…)

Messungen
(…) Die Stimmtonhöhe des Prinzipal 4′, Ton a0 betrug 439 Hz. Es wurde eine gleichschwebende Temperatur eingerichtet.
Die Stimmtonhöhe entspricht ungefähr der Standardstimmtonhöhe 440 Hz bei 15°, wie sie in der Nachkriegszeit verwendet wurde. Sie ist gegenüber einer romantischen Stimmtonhöhe von 435 Hz deutlich erhöht.
(…)

Pfeifenwerk und Intonation
Der Pfeifenbestand ist dreischichtig. Das bedeutet, dass der originale Bestand der Orgel zweimal verändert worden ist.

Subbass 16′
Die Holzpfeifen des Subbass stammen nebst der Hochraster aus der Erbauzeit der Orgel.

Offenbass 8′
Die tiefe Oktave des Offenbass wurde bestehend aus Zinnpfeifen, mutmaßlich vor 20 bis 30 Jahren, neu hinzugefügt. Diese Pfeifen sind von der Windlade sorgfältig abkonduktiert mit gelöteten Kondukten. Die Pfeifen bestehen aus einer hochprozentiger Zinnlegierung, spitzlabiert mit Seitenbärten. Intoniert wurde relativ schmalen Kernspalten und zarten Kernstichen. Ab c0 besteht das Register aus Altmaterial, Zink, rundlabiert, mittelweiten Kernspalten und romantischer Kernbehandlung mit mitteltiefen Kernstichen. Es ist unklar, aus welchem Zusammenhang dieses Material stammt. Seitenbärte wurden über den gesamten Verlauf des Register verwendet.

Prospektprincipal
Der Prospektprincipal ist früher höchstwahrscheinlich klingend gewesen. Dafür sprechen die intonierten und mit Stimmeinrichtungen versehenen Pfeifen. Der Grund der Stilllegung ist unbekannt: Womöglich sollte die Registerkanzelle, die zur Steuerung notwendig ist, anderweitig, z.B für die Mixtur verwendet werden.
Die längste Prospektpfeife ist etwa vier Fuß lang. Ob der Principal als Vierfußregister eingerichtet war oder als Achtfußregister, zu dem es dann noch Innenpfeifen gegeben haben müsste, ist unklar. Von den Prospektstöcken aus führten Pappkondukten unterhalb des Spieltisches bis zur Windlade. Einige davon sind erhalten geblieben.

Gedeckt 8′
Der Holzpfeifenbestand stammt aus der Erbauzeit der Orgel, C bis h0 bestehen aus Weichholz. Ab c1 besitzt das Gedeckt Pfeifen aus Naturguss, das Oberlabium ist nicht eingedrückt, Seitenbärte, es wurde mit regelmäßigen, mittelstarken Kernstichen intoniert. Es ist unklar, aus welchem Zusammenhang die Metallpfeifen stammen. Das Rasterbrett ist ab c1 nachträglich ausgefilzt worden, also stand hier ursprünglich wohl anderes Pfeifenmaterial.

Principal 4′
Der Principal 4′ besteht aus romantisch intonierten Pfeifen mit regelmäßigen, mittelstarken Kernstichen, vermutlich aus der Erbauzeit der Orgel.

Weidenpfeife 4′
Die Weidenpfeife 4′ ist klanglich mehr eine „Echo Gambe 4“ als eine Weidenpfeife. Es wäre nicht ungewöhnlich, dass in der sehr Ideologie beladenen Orgelbewegung Registernamen verändert wurden, um eine Orgelstimme „salonfähig“ zu bekommen und weiterverwenden zu können. Handelt es sich also bei der aktuellen Registerbeschriftung um eine Veränderung? Die Klanglichkeit der Stimme ist gambentypisch geschärft und mit recht wenig Grundton intoniert worden. Sie passt gut zum Gedacktregister und hellt dezent auf. Die tiefsten Töne wurden aus Zink hergestellt und mit Seitenbärten und Unterbart (einer Art Frein hamonique) versehen. Im Diskant wurden Kasten-, beim Rest nur Seitenbärte verwendet. Vermutlich stammt die Weidenpfeife 4′ ebenfalls aus der Erbauzeit der Orgel. Die Intonation der Weifenpfeife 4′ erfolgte ebenfalls mit regelmäßigen, mittelstarken Kernstichen.

Spillpfeife 2′
aus Naturguss, Bauform zylindrisch konisch, intoniert mit nur sehr vereinzelten, unregelmäßigen Kernstichen, enge Kernspalten. Neobarocke Intonationsweise.

Mixtur 1 1/3 3fach
Die Mixtur besteht in Wirklichkeit auf C aus 2′, 1 1/3′ und 1′. Somit ist die Beschriftung falsch. Die Mixtur ist in Bauart und Intonation der Spillpfeife gleich und stammt mit ihr aus einer zweiten Schicht. Die mit Neumaterial hinzugefügten Register Spillpfeife und Mixtur sind weitgehend ohne Kernstiche intoniert worden und von deutlich rauerem Klang, als der Altbestand. Der Einbau beider Stimmen könnte zeitlich mit dem Einbau eines Gebläsemotors zusammenfallen, aufgrund von dessen Bauart womöglich noch in den 1930er oder 40er Jahren. Für eine späte Vorkriegszeit spricht ferner die Nichtverwendung von üblichen, romantischen Intonationsparametern der frühen Orgel­ bewegung, wie z.B. Kernstichen.
(…)

Klangliche Bewertung
Die folgende Bewertung der Klanglichkeit basiert auf einer ausführlichen Hörprobe vom Kirchenraum aus. Die Orgel wurde dem Unterzeichner mit diversen Registrierungen vorgeführt.
Im Kirchenraum klingt das Gedeckt rund und zurückhaltend nach Art eines „Liebl. Gedackt“. Seine Bestimmung ist offensichtlich: Dieses Gedackt ist als zarte Stimme zur Darstellung zurückhaltender Musik konzipiert, wie sie z.B. beim Abendmahl benötigt wird. Es entstammt vermutlich einem Bestand von zwei bis drei Äquallagenstimmen, da es ansonsten krätiger intoniert worden wäre. Dieses einzige Achtfußregister kann allerdings nicht die verschiedenen Aufgaben übernehmen, die an die Klangbasis einer Orgel gestellt werden. Es kann und sollte nicht das gesamte Plenum tragen müssen.
Die hinzugezogene Weidenpfeife 4′ (Echo Gamba) bringt dem Gedackt durch ihre Obertönigkeit eine zarte Aufhellung, das Klangerlebnis bleibt aber weiter im Pianobereich.
Der addierte Principal 4′ führt weich ins mf über.
Die zusätzlich gezogene Spillpfeife 2′ mit Flötencharakter hellt sehr dezent auf. Ihre, verglichen mit dem romantischen Bestand, an sich heterogene, kernstichlose Intonation fällt im Kirchenraum nicht störend auf.
Die Mixtur ist das stärkste Register. Diese ebenfalls neobarock intonierte Stimme verändert nach­ haltig den ursprünglichen Charakter der Orgel und stellt ihn auf dem Kopf, da das ganze Instru­ ment nunmehr seine Kraft aus dieser Stimme bezieht: Sie ist dominant und scharf und bindet durch ihre spröde Kraft nicht genug an die Grundstimmen an.

  1. Vorschläge zur Disposition und Intonation
    Der begrenzte Manualregisterbestand einer kleinen Orgel hat zur Folge, dass jede Veränderung der Disposition oder der Intonation sofort zur einer erheblichen Charakteränderung des gesamten Werkes führt.
    Durch einen veränderten Zeitgeschmack erschienen in den Vorkriegsjahren offenbar einschneidende Maßnahmen an Ihrer Orgel unvermeidlich: Eine Umdisponierung sollte den romantischen Ursprung des Instrumentes verschleiern und klanglich einer barocken Kleinorgel annähern. Das Werk sollte plenum- und damit passend zu veränderten Klangvorstellungen wieder „salonfähig“ werden. So wurde der ursprünglich grundtönige Charakter zugunsten einer (neo-) barocken Helligkeit aufgegeben. Unauffällig ist hierdurch auch eine Änderung des Nutzungszweckes von einem Singbegleitungsinstrument zu einem solistischen Instrument zur Darstellung von (schwerpunktmäßig barocken) Orgelwerken erfolgt.
    Nun ist dieser veränderte Zustand allerdings seit ca. 80 Jahren existend und gewachsen. Kaum jemand wird noch leben, der sich an den originalen Klang der Koch-Orgel erinnern könnte. Dem Dilemma einer entweder einseitig „zu“ romantischen oder der bestehenden „zu“ neobarocken Ausrichtung des Werkes könnte man bei der Disponierung von fünf Registern auch kaum entkommen. Daher ist es als Glücksfall zu betrachten, dass intonierte Prospektpfeifen verblieben sind und dem Werk nach ihrer Reaktivierung genau die Klanglichkeit hinzufügen könnten, die zur Zeit fehlt.
    Die originale Fußtonlage des heute stillgelegten Prospektprinzipals bleibt mangels Unterlageneinsicht unklar, da die tiefste Pfeife im Prospekt lediglich eine 4′- Länge besitzt und keine zugehörigen, längeren Innenpfeifen existieren. Eine Wiederinklangsetzung der stillgelegten Prospektpfeifen wäre aus musikalischen Gründen als zusätzliche 8′-Stimme vorzuschlagen, sofern keine anderslautenden Erkenntnisse gewonnen werden. Die Vierfußlage ist außerdem bereits hinreichend be­ setzt. Das Instrument würde auf diese Weise ein „Hauptregister“ zur Gemeindebegleitung (wieder-) erlangen und die Äquallage würde gestärkt. Wenn die tiefe Oktave vom Offenbass „entliehen“ wür­de, wäre nur wenig neues Pfeifenmaterial nötig. Zusätzlich wäre eine homogenisierende Intonati­onskorrektur der Mixtur vorzuschlagen.

Im Auftrag,
Andreas Pumpa

360° Video: Beginn 12-Uhr-Läuten

 

Der initiale Blick des 19-sekündigen Videos ist grade nach unten. Durch Verschieben des Bildes mit der Maus, kann die Blickrichtung geändert werden.

Bis auf Weiteres ist das Geläut nur noch sonntags morgens zum Beginn des Gottesdienstes (9:26 – 9:30) zu hören. Das Geläut um 12:00 h und 19:00 h wurde auf Empfehlung der verantwortlichen Architekturbüros eingestellt.

Bei der jetzt erst möglichen Begehung durch die Statiker erschienen die Auflager des Glockenstuhls in der Wand instabil. Die Lager wurden Mitte der 1990iger Jahren in den Bruchstein der Turminnenwand einzementiert und haben dadurch zu viel Feuchtigkeit an das Holz kommen lassen. Ein Holzsachverständiger wurde beauftragt um die Tragfähigkeit des restlichen Eichenholzes zu bewerten.

Frequenzspektrum des Mittagsgeläutes

Historische Abbildungen

Zustand um 1900 – Eingangstür auf der Südseite, Kaminschlot zwischen Schiff und Chor und eine verputze Außenfassade. Die Turmuhr war bereits demontiert.
Innenansicht mit Bemalung, Kaminofen und geschmücktem Orgelprospekt. Die Fensternische ist nicht weiter runtergezogen, sondern der Chorraum selbst 30 cm höher und ebenerdig zum Kirchenschiff.
(Fotografie frühestens 1900)
Diese Abbildung ist noch älter – und die Kirche eigentlich nur durch die Klangarkarden und den Wetterhahn erkennbar. Die Gebäude-Proportionen haben sich im 17. oder 18. Jahrhundert durch wesentliche Umbauten verändert.

Innenraum der Kirche in 3D

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